unterwegs erlebt

29. November 2007

Israel 2004 – Blick vom Golan

Filed under: Isarel 2004 — heplev @ 23:40
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Geschütz auf dem GolanBei der Fahrt über den Golan hielten wir an einem Aussichtspunkt an. Dieser war früher eine syrische Stellung, aus der von Mai 1948 bis Juni 1967 lustig geschossen wurde – mit Maschinenwaffen auf den Kibbutz Ein Gev, wo die Menschen praktisch jede Nacht im Bunker verbrachten und ihre Kinder kaum einmal raus ließen, weil die Gefahr zu groß war, dass sie von den Geschossen getroffen wurden. Es hatte auch so genug Opfer des syrischen Terrors gegeben. Wie die Menschen das ausgehaltenBlick hinunter auf Ein Gev vom Golan haben ist mir schleierhaft.

Der Blick vom Bergrücken hinunter war zwar durch Dunst behindert, aber trotzdem lohnenswert. Mit einem Teleobjektiv oder einem Fernglass konnten wir unsere Unterkünfte betrachten. Das verschaffte einen guten Eindruck davon, wie einfach die Siedlung zu treffen war – ganz zu schweigen von den Feldern, die auch mit beschossen wurden. Eine Aufgabe dieser Position durch die Israelis wäre sicherheitspolitisch nicht zu rechtfertigen – außer die Syrer machen in ihrer Haltung zu Israel eine 180-Grad-Wende.

Zum Glück brauchten wir uns darüber jetzt keine Gedanken zu machen und konnten den Blick auf den See genießen – einmal Richtung Nordende:
Blick Richtung Nordende des See Genezareth
und dann auch (leider in die Sonne) zum Südende:
Blick vom Golan ans Südende des See Genezareth

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24. November 2007

Israel 2004 – Solidarität

Filed under: Isarel 2004 — heplev @ 16:50

Die Anschläge vom 11. September 2001 lagen schon drei Jahre Jahre zurück, aber den Umgang mit dem Terror lernte man weltweit immer noch (ihn zu beherrschen ist nun noch etwas ganz anderes). Aber die Souvenir-Läden hatten sich auf die Probleme eingestellt. Und da man viel Verständnis dafür die Schwierigkeiten der anderen mit dem Terror-Alltag hat und die meisten Touristen in Israel Amerikaner sind, konnte man auch T-Shirts finden, die den Amis ein wenig von den Sorgen nehmen sollten:

Don’t worry, America.
Israel is behind you!

(Keine Sorge, Amerika. Israel steht hinter dir/steht dir bei!)

23. November 2007

Tel Aviv 2004 – Sammeltaxi fahren

Filed under: Isarel 2004 — heplev @ 20:32

Ankunft in Tel Aviv am Busbahnhof. Wir wollten weiter ins Hotel. Draußen warteten Taxifahrer.
“Was kostet es in die Trumpeldor-Straße?“ 50 Schekel. Auf das ungläubige Gesicht hin der Kommentar: „Das ist Tel Aviv!“

Dann lieber mit dem Sammeltaxi. Die sind gegenüber und haben extrem hilfsbereite Fahrer, die sich sofort um uns kümmern: Wohin? Trumpeldor-Straße? Linie 4, das ist der da vorne, kommt mit, ich bringe euch hin. Woher kommt ihr? Deutschland? Hey, ich finde Bayern München Klasse! Ihr nicht, ist egal… So, das ist der XX, setzt euch schon mal rein. Sagenhaft.

Dann geht es los. Der Fahrer meinte noch, wir sollten in so in 10, 12 Minuten erinnern, wo wir raus wollten. Von hinten reichten alle ihre 5 Schekel durch, der vorderste Fahrgast übergab die „Sammlung“ dem Fahrer. Hin und wieder machte sich jemand bemerkbar. Anhalten, aussteigen und andere Fahrgäste aufnehmen. Letzteres ging auch, ohne dass jemand ausstieg, klar. Ein junger Mann setzte sich uns gegenüber. Nachdem er mitbekam, dass wir den Fahrer erinnerten, dass wir auch irgendwann raus müssten, fragte er: „Wisst ihr Jungs, wo ihr hin wollt?“
Eigentlich nicht. Wir wissen die Straße, haben aber keine Ahnung, wo die kommt.
“Okay, ich sage euch Bescheid. Und dem Fahrer auch.“ Und genau so kam es auch, so dass wir rechtzeitig zum Abendessen bei den anderen im Hotel eintrafen.

Ich habe meine Zweifel, ob bei uns ähnliche Hilfe so selbstverständlich wäre…

Israel 2004 – mächtig verdächtig

Filed under: Isarel 2004 — heplev @ 20:26

Der Flughafen von Eilat liegt ziemlich nahe am „Touristenviertel“ mit den großen Hotels. Macht ja auch Sinn, wenn er schon in/an der Stadt liegt. Man kann bequem zu Fuß hin und sich das Vorfeld von der Straße aus ansehen. Und dann steht dort eine Maschine offenbar als Ausstellungstück, eine Douglas DC-3 der Arkia (oder auch eine ehemalige C-47, die der Militärtransporter-Version war):

Diese Maschine musste ich einfach detailliert fotografieren. Hält man sich aber zu lange auf und schaut sich den Flughafen an, dann löst man ggf. Unbehagen aus. Meine „Tätigkeiten“ am Flughafenzaun sorgten schon dafür, dass der Wagen der Airport Security sehr langsam unterwegs war und der Fahrer intensiv zu mir herüber schaute.

Nachdem ich das Objektiv durch den Zaun steckte und das Fahrwerk der DC-3 fotografiert hatte, kam der Wagen aus der Gegenrichtung wieder angefahren, der Fahrer stieg aus, schulterte seine M-16 und kam auf mich zu. Er stellte sich vor (nicht mit Namen, sondern mit seiner Funktion), ließ sich meinen Pass geben und fragte mich intensiv aus. Mit den Antworten war er aber wohl zufrieden, denn er wünschte mir noch einen schönen Aufenthalt. Ich vermute mal, dass er auch schon deshalb etwas entspannter war, weil ich stehen blieb, als er mit dem Wagen angeschlichen kam.

Israel 2004 – Putzteufelchen

Filed under: Isarel 2004 — heplev @ 20:21

Im Negev ist es nicht ganz einfach, die Überland-Stromleitungen zu kontrollieren und instand zu halten. Dafür benutzt man Hubschrauber. Das hat den angenehmen Effekt, dass gleichzeitig der Sand von den Leitungen geblasen wird…

Israel 2004: Kibbutz-Ironie

Filed under: Isarel 2004 — heplev @ 20:20

In der Umgebung des Gazastreifens lebt es sich nicht gerade ungefährlich. Neben der Stadt Sderot finden sich auch einige Kibbuzim immer wieder als Landegebiet für Qassam-Raketen wieder. Die Reste dieser „selbst gebastelten Raketen“ (O-Ton Arafat: „Die machen doch nur Lärm“) werden gesammelt und interessierten Besuchern gezeigt. Dazu gibt es in dem Kibbuz unseres Reiseführers eine besondere Antwort: Ein daran befestigtes Kondom mit dem Aufdruck „Make Love Not War“!

Überhaupt scheint man in Kibbuzim mit Kriegsgerät gerne etwas „unkonventionell“ umzugehen, wie an diesem ehemaligen Schützenpanzer zu sehen ist:

Israel 2004: Ein besonderer Krater

Filed under: Isarel 2004 — heplev @ 20:19

Machtesch Ramon ist ein besonderes geologisches Phänomen: Ein Krater mitten im Negev, der durch Erosion entstand. Weil diese Art von Krater nur in Israel gibt, hat sich der Begriff „Machtesch“ als geologischer Fachbegriff eingebürgert. Machtesch Ramon ist etwa 40km lang und 2 bis 10km breit, geformt wie ein gestrecktes Herz.

Die Ränder des Kraters sind recht steil, so dass die Straße auch mächtig Gefälle hat.

Wenn man mit einer großen Gruppe (44 Personen) unterwegs ist, dann kann sich natürlich nicht jeder für Geologie interessieren. Und Jungs finden Bälle grundsätzlich interessanter…

Israel 2004: Wilder Westen in der Wüste

Filed under: Isarel 2004 — heplev @ 20:13

Ein ganzes Stück nördlich von Eilat, an der Straße die jordanische Grenze entlang, gab – muss man leider jetzt sagen – es einen Rasthof, der wie ein Westerndorf aufgemacht war und sich eines gewissen Ruhms erfreute. Er befand sich am Kilometer 101, nach dem er dann auch benannt wurde:

Es gab einige Kuriositäten zu sehen, jede Menge Gelegenheiten sich zu verpflegen und auf Tieren zu reiten (wobei dieser Hund zum „Inventar“ gehörte):

Leider dann am 27. Februar 2007 diese traurige Nachricht:
An der Arava-Straße nach Eilat, am Kilometer 101, steht die vielen Touristen bekannte Touristenattraktion im Stil eines Wildwestdorfes, den Schimon „Kuschi“ Rimon aufbaute. Gestern brach ein Brand aus, der wegen starken Windes nur schwer gelöscht werden konnte, so dass große Teile der Anlage verbrannten. Dabei fielen auch zahlreiche Tiere, die dort lebten, den Flammen zum Opfer. Glücklicherweise kamen keine Personen zu Schaden, weder Touristen noch Angestellte. Ob und wie er den Schaden aufheben wird, weiss Rimon noch nicht.

Israel 2004: Sicherheitsmaßnahmen

Filed under: Isarel 2004 — heplev @ 20:09

Egal, welchen Ort man in Israel betritt, an dem viele Menschen zusammen kommen, man wird kontrolliert. Sicherheit wird groß geschrieben. Wo immer man hinein möchte, muss man seine Tasche durchsuchen lassen. Unser Frank ließ einmal an einem Einkaufszentrum einen Wachmann erblassen, als er die lange Lederscheide seines Klappstativs öffnete, um zu zeigen, dass das harmlos ist. Natürlich zählen auch Busbahnhöfe zu den Orten, über die besonders gewacht wird.

Ein Freund und ich setzen uns in Be’er Sheva von der Gruppe ab, um das Flugzeugmuseum in Chatzerim zu besuchen. Wir stiegen aus dem Bus – unser Reiseführer sagte, wir müssten nur um die Ecke, da sei der Busbahnhof. Wir nahmen prompt die falsche Richtung, kamen aber an einer Einfahrt mit Schranken und einem Portiers-Häuschen an. Wir fragten die beiden darin befindlichen Männer, wie wir zum Busbahnhof kommen könnten. Sie winkten uns durch: Das ist hier durch, geht einfach weiter…

Touristen sind erkennbar. Und die sollten harmlos sein.

Denkt man. Aber das ist nicht immer so – an einem Einkaufszentrum wurde ein Wachmann erst einmal ziemlich blass, als unser Haus- und Hof-Fotograf den Lederköcher seines ausziehbaren Stativs öffnete, um zu zeigen, dass da drin nichts Gefährliches war.

Israel 2004 – Detailtreue misslungen

Filed under: Isarel 2004 — heplev @ 20:08

Ein Stück westlich von Jerusalem, bei Latrun, kann man sich einen Überblick über Sehenswürdigkeiten des Landes verschaffen – in „Mini-Israel“, einem ca. 4,5 ha großen Park, der originalgetreu im Maßstab 1:25 wieder gegebene Miniaturen zeigen: 350 Gebäude, 30.000 Figuren, 500 Tiere, 15.000 Pflanzen und Bäume, 4.700 Autos, 100 Motorräder, 14 Züge, 3 Hubschrauber, 32 Flugzeuge, 175 Schiffe und 230 Laster, alles wetterfest installiert. Es wird bei diesen Modellen so großer Wert auf Detailtreue gelegt, dass später einige der Fotos bei Mitreisenden als Bilder des Originals durchgingen! Natürlich gibt es kleine Ausnahmen: Durch die Anlage führt eine Modell-Eisenbahn, auf der ein ICE fährt (den es in Israel nicht gibt) – mit zwei Triebköpfen und einem Waggon; das hat zumindest Originalcharakter, was die Modellbahnen bei uns in Deutschland angeht.

Die zweite Ungenauigkeit ist etwas für Luftfahrt-Freaks:

Der Flughafen Ben Gurion hier „beherbergt“ eine Boeing 747-400 der Southwest Airlines. Dumm nur: Diese US-Fluggesellschaft fliegt nicht nur ausschließlich auf US-Inlandstrecken, sondern das auch ausschließlich mit (noch) nur zwei Versionen der Boeing 737! (Deren Lackierung an die 747 angepasst ist…)

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