unterwegs erlebt

23. November 2007

Buchenwald 2006

Filed under: Deutschland — heplev @ 19:02

Die KZ-Gedenkstätte in thüringischen Buchenwald bei Weimar ist ein eindrucksvolles Gelände, wenn auch nicht viel vom Lager übrig ist. Sämtliche Häftlingsbaracken und –einrichtungen sind nicht mehr vorhanden, mit Ausnahme des Gebäudes, in dem die den Häftlingen abgenommenen Wertsachen gelagert, sortiert und zum Versand an Verwertungsfirmen.

Besonders boshaft finde ich den Schriftzug des Lagertores. Ich weiß nicht, ob man ihn schlimmer, weniger schlimm oder genauso schlimm wie das „Arbeit macht frei“ in Auschwitz finden soll. Ich weiß nur, dass er mich erbost: dass Menschen unschuldigen, wehrlosen anderen Menschen so boshaft ihre Verachtung demonstrieren; dass Deutsche sich das ausgedacht haben, wie sie andere Menschen so bösartig demütigen wollen:

Was mich dann allerdings noch stärker erschütterte, nachdem ich es erst einmal gar nicht begriff, fand ich auf diesem Schild:

Das Lagerbordell – nicht für die Wachen und Angestellten (die hätten sich ja auch nicht an Untermenschen in dieser Art schmutzig gemacht), sondern für Lagerinsassen, die dafür „zahlten“! Da hatte ich keine Worte mehr.

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Lausitz 2006

Filed under: Deutschland — heplev @ 18:57

Wenn man Freunde besucht und mit denen Freunde besucht, dann kommt man an Orte, die sonst wohl nicht einmal ansatzweise ins Blickfeld gerückt wären. Und so fand sich dann an einem Campingplatz ein sehr interessantes Schild:

Heißt das, dass die Getränke Hunger haben? Dass sie hier bewirtet werden? Wie essen sie? Mit Messer und Gabel? Was sind ihre Lieblingsspeisen?

Hamburg 2007 – Miniaturwunderland

Filed under: Deutschland — heplev @ 18:51

Das Miniaturwunderland ist die größte Modellbahn-Anlage der Welt (auch wenn in Berlin Leute sind, die das versuchen zu toppen). In der Speicherstadt muss man ins zweite Obergeschoss eines alten Lagerhauses gehen, hier ist der Eingang:


Die Anlage ist ein solcher Anziehungspunkt, dass die Macher über dem Eingang ein Transparent hängen haben, auf dem sie die vermutliche Wartezeit bekannt geben, mit der die Besucher zur jeweiligen Uhrzeit rechnen müssen, bevor sie hinein kommen!

Aachen – Domtür

Filed under: Deutschland — heplev @ 18:48

Zum Aachener Dom gibt es viele Legenden. Eine davon führt dazu, dass mancher (vor allem Frauen) skeptisch sind, bevor sie in das Griffloch der großen, gusseisernen Domtür greifen:

Der Grund: Nachdem der Teufel den Bau des Doms finanziert hatte, wurde er von den Aachenern aufs Kreuz gelegt. Er hatte die erste Seele gefordert, die den Dom betrat. Die Aachener fingen einen Wolf ein, den sie in den Dom laufen ließen. Der Teufel stürzte sich drauf, entriss ihm seine Seele und merkte erst dann, dass man ihn reingelegt hatte. Darüber war er so wütend, dass er den Dom verließ und die Türe hinter sich zuschlug, dass sie einen Riss bekam. Dabei blieb im Türknauf ein Finger stecken und riss ab. Dieser Finger ist heute noch in diesem Türknauf zu fühlen.

Aachen – Elisenbrunnen

Filed under: Deutschland — heplev @ 18:46

Aachen ist Kurstadt – Bad Aachen! Das wissen nur wenige. Die Römer haben die warmen Quellen der Stadt schon für die Erholung und Rekonvaleszenz ihrer Soldaten genutzt. Mitten in der Innenstadt liegt daher noch der Elisenbrunnen, an dem man sich bedienen kann. Es riecht ein wenig nach faulen Eiern. Und schmecken tut das Wasser offensichtlich nicht wirklich:

Fußball-WM 2006 – Koblenz

Filed under: Deutschland — heplev @ 18:44

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war insgesamt eine richtige Erfolgsgeschichte. Deutschland hat Maßstäbe gesetzt, z.B. durch das „Public Viewing“, die Übertragung der Spiele auf Freiluft-Videowände. Überall gab es viel Tam-Tam, Bühnenprogramme, viele Trink- und ein paar Ess-Buden. Und natürlich alles mit Sponsoren-Werbung zugeknallt. Auf diese Weise wurde auch gelegentlich eine Touristen-Attraktion verschandelt, darunter auch das Deutsche Eck in Koblenz. Wo normalerweise der Punkt des Zusammenlaufs von Rhein und Mosel genau angesehen werden kann, war durch „Public Viewing“ der Gang ganz an die Spitze der Plattform verstellt:

Einmal um die Niederlausitz – 2006

Filed under: Deutschland — heplev @ 18:40

Der Weg aus dem Rheinland an die Grenze nach Polen ganz im Südosten, genauer gesagt: Görlitz, ist ein recht langer. Mit dem Auto und moderater Fahrweise, auch noch ein paar Zwischenstopps (Buchenwald, Leipzig, Dresden), zieht sich das, in meinem Fall über zwei Tage. Letzter Stopp vor dem eigentlichen Ziel war – für einen Luftfahrt-Bekloppten natürlich – der Flughafen Dresden. Von dort aus geht es dann per Autobahn weiter Richtung Osten. So lange, bis der Fahrer (ich) merkt, dass er auf dem Weg nach Berlin ist, weil da ein Autobahndreieck angekündigt wird, das einfach nicht in die Richtung passt, die er vor hatte zu fahren.

Also runter von der Piste, angehalten, Atlas rausgeholt – Klasse! Voll in die falsche Pampa gefahren. Aber die Autobahn geht ja auch hier zum Glück nach Osten weiter. Also Richtung Cottbus wieder drauf, dann kurz vor der Grenze wieder runter und die kleineren Orte abgeklappert. Weißwasser ist mir eigentlich ein Begriff aus dem Eishockey gewesen – dass das so klein ist, hätte ich nicht gedacht. Nun gut, irgendwann nach rund 200km Umweg kamen wir dann doch am angestrebten Ziel an…

Leipzig mit Beifahrer – 2006

Filed under: Deutschland — heplev @ 18:39

In Leipzig kenne ich mich nicht aus. Aber das Erste, was ich mache, wenn ich irgendwo hin fahre (mit dem Auto): Ich besorge mir einen Stadtplan. Hat man dann noch einen Beifahrer, dann kann ja eigentlich nichts wirklich schief gehen auf der Suche nach der Straße und Adresse, die anzusteuern ist.

Daniel neben mir studierte auch pflichtbewusst die Karte, seit wir die Autobahn verlassen hatten. So ganz sicher war er sich dann aber doch nicht und nachdem wir schon einmal die richtige Richtung verlassen hatten, gab es zwischendurch immer wieder beiderseitig Ansagen, welche Straßennamen wir denn so sahen bzw. welche kommen sollten. Die Überquerung eines Gewässers veranlasste mich zu der etwas flapsigen Bemerkung: „Aha, ein Bach.“ Schließlich ist so ein blaues Teil auf einem Stadtplan ein markantes Merkmal. Dann kam wieder eine Straße, die er auf dem Plan fand und die Richtung bestätigte. Dann wieder ein Gewässer. Ich: „Noch’n Bach.“ Ein paar Meter weiter kam vom Beifahrersitz der verzweifelte Satz: „Nochenbach find’ ich nicht!“

Billig fliegen – 2004 nach Helsinki

Filed under: Deutschland,Fliegen — heplev @ 18:37

4. Juni 2004, ich möchte nach Helsinki fliegen. Mit V-Bird, einem „Billigflieger“ (den es inzwischen nicht mehr gibt), von Weeze („Flughafen Niederrhein“). Und für einen Luftfahrt-„Aficionado“ habe ich mich dann eigentlich ziemlich blamiert. Bei der Sicherheitskontrolle hat’s nämlich kräftig gefiept. Ich wusste doch, dass da alles Metallische in die Schale gelegt werden muss (Taschenmesser geflissentlich Zuhause gelassen…) – und vergesse dann mein Kleingeld aus der Hosentasche zu nehmen. Oh Mann!

Im Flieger selbst erfahre ich dann, wer mir das 40-Euro-Ticket weggeschnappt hat: eine Holländerin mit ihrer Tochter, die eine Einladung nach Finnland hatten. So hatte ich also 60 Euros zahlen müssen. Wein! Aber die zwei waren nett und wir hatten einen schönen Flug.

Vor dem Rückflug hatte ich dann noch ein wenig Verwirrung gestiftet: Beim Einchecken gefragt, wo ich sitzen wollte, sagt ich der freundlichen Dame einfach „Jump Seat“. Ein mehr als fragender Blick. „That behind the pilots – in the cockpit.“ Na ja, lustig fand sie’s nicht, konnte sich nicht mal ein Grinsen abringen (die Lage ist zu ernst seit dem 11.9.2001) und ich gab mit mich einem Fenstersitz kurz hinter der Tragfläche zufrieden. Der hat sich dann gelohnt: Neben schöner finnischer Landschaft beim Abflug gab’s noch Luftbilder von Hamburg-Fuhlsbüttel, Finkenwerder (Airbus) und Münster/Osnabrück als kleine „Entschädigung“.
Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel
Airbuswerk Hamburg-Finkenwerder
Flughafen Münster-Osnabrück

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