unterwegs erlebt

15. Juli 2008

Shopping macht arm

Filed under: Israel 2008 — heplev @ 9:57
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Auch in Jerusalem. Wenn man will. Oder wenn man nicht aufpasst.

Geht man aus dem Jaffa-Tor hinaus, hat man mehrere Richtungen, die man einschlagen kann. Eine davon ist der Gang über eine Fußgänger-Plattform (Brücke kann man das wegen der Größe nicht mehr nennen, es ist eher eine riesige Plattform), an deren Ende man dann eine breite Treppe hinunter steigt und in etwas ankommt, was in Düsseldorf vielleicht die Kö sein könnte, wenn auch kleiner und kürzer: Ein Tummelplatz für die Reichen (oder die es gerne wären) und Schönen (oder die sich dafür halten). Eine Einkaufszeile der Marken-Geschäfte vom allerfeinsten namens Mamilla. Wer hier kauft, der weiß, was er bekommt und wie viel er dafür zahlt, wenn er den Laden betritt. Am besten gar nicht erst mit Bargeld, sondern der Kreditkarte (außer vielleicht in den Cafes). An dem Teil wird noch weiter gebaut. Es hängen große Plakatwände aus, wie die im Bau befindlichen Bereiche einmal aussehen sollen. Und Schnäppchen kann man immer und überall machen, denn kein Laden – außer den Juwelieren – verzichtet auf die Verkündung von „sales“, Sonderangeboten.

Anders – was Geld und Preise angeht – in den Souks der Altstadt. Da sind Preisauszeichnungen nicht unbedingt unüblich, trotzdem nur teilweise vorhanden, aber gerne auch mal unverbindliche Empfehlungen betrachtet, die deutlich überschritten werden sollten. Und außerdem gelten sie nur sehr selektiv. Wer Judaica kaufen will, muss schon sehr genau hinsehen und sich informieren lassen, bevor er sich für etwas näher interessiert. Ähnliches gilt für andere Souvenirs und besonders gerne auch für T-Shirts, vor allem wenn sie nicht vorrätig sind, aber schnell fertig gemacht werden können.

Verkauft werden hier alle möglichen Shirts mit allen möglichen Motiven. Derzeit sind besonders Sportshirts angesagt – die der europäischen Fußballmannschaften sowie die Jerseys aller Mannschaften der US-Profiligen. Anscheinend sind das hier echte Schnäppchen gegenüber den normalen Preise in der jeweiligen Heimat. Trotzdem sind sie nun nicht wirklich billig.

Diese Preise scheinen sich dann auf die der „normalen“ Touri-T-Shirts auszuwirken. Ich wollte nur ein einfaches „Israel since 1948“ haben. In meiner Größe war das nicht vorrätig, aber der gute Mann wollte mir eins pressen. Schnell gemacht. Und dann eine interessante Frage, nachdem er es fertig und eingetütet hatte: Wie viel bist du bereit dafür zu zahlen? – 35. – Euro? – Hast du sie noch alle? – Der meinte das nicht unernst: “Schau mal, das ist nicht China-Qualität, das ist hier in Israel gemacht, das ist gute Qualität und ich hab’ dir noch das Dings drauf gemacht.”

– Na, dann gucke ich Yad Vashem und zahle 45 Schekel.
– Ja, aber das ist China, nicht so gut.
– Okay, behalte das Teil.
– Nein, hier das geht nicht, schau mal, da hängt die Preiseliste (sehr unauffällig, damit’s keiner sieht).
– Das T-Shirt ohne Aufdruck kostet schon 85 Schekel. Gib mir 105.
– Ich geb dir 50, mehr nicht.
– Nee, das ist zu wenig. Gib mir 85, dann hast du den Aufdruck umsonst.
Ich krame in der Hosentasche und ziehe ein paar Münzen raus: Hier, dass ist mein restliches Kleingeld. Mehr is nicht.

Damit gab er sich dann zufrieden; fast, denn die 5 Agorot gab er mir zurück: “Das Geld kenne ich nicht, das kannst du behalten.” Insgesamt hat mich das Abenteuer 62,5 Shekel gekostet. In einem Laden im Cardo hatte ich das T-Shirt für 55 Schekel gesehen, aber nicht in meiner Größe. Und das Abenteuer war’s mir dann doch noch wert. Auch, wenn’s immer noch teuer war.

Aber wenigstens gibt es andere Sachen, die sind weiter erschwinglich – der Jerusalem Bagel kostet 5 Schekel, nur einen mehr als vor vier Jahren.

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