unterwegs erlebt

15. Juli 2008

Die Wüste lebt Geschichte (1)

Filed under: Israel 2008 — heplev @ 10:06
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Der zweite Tag sollte richtig großes Touri-Programm bieten. Allerdings nicht im üblichen Gruppen-Transport, sondern einfach nur mit Beer7 und ihren Töchtern. Wir kannten uns ja nur per Internet, aber trotzdem war sie begeistert, dass ich da war und hatte die Tour angeboten. Toll!

Mein Glück: Wir konnten nicht direkt früh losdüsen, sondern sie musste erst nochmal “kurz” zur Arbeit. Also war das Ausschlafen gesichtert. Dann ging das Handy: Die Arbeit war erledigt (deutlich schneller als erwartet) und in 20 Minuten sollte ich am Eingang bereit stehen. Frühstück war schon gegessen, so stand den Schandtaten also nichts im Weg. Ich suchte mir an der Straße ein Plätzchen mit so etwas wie Schatten und hockte mich nieder. Immer wieder hupte es und ein Taxifahrer machte sich Hoffnung auf einen Fahrgast. Tat mir aber überhaupt nicht leid.

Durch diese Huperei hätte ich beinahe das Hupen nicht registriert, das dann nicht von einem Taxi kam: Auf der andere Straßenseite hielt ein kleines weißes Auto und der Kopf am Lenkrad hatte Ähnlichkeit mit dem Avatar aus dem Internet. Schnell rüber (ohne anderen Fahrzeugen in die Quere zu kommen) und da stieg sie selbst schon aus und begrüßte mich mit einer netten Umarmung. Nach dreimal telefonieren kannten wir uns gut genug, um sicher zu sein, dass wir uns gut verstehen würden – jedenfalls von meiner Seite aus; aber die liebe Begrüßung ging von ihr aus, also sah sie das auch so. Rein in den Wagen und ab zu ihr nach Hause, mit einigen Erklärungen über die Geschichte der Stadt und wie sie ihre Stadtteile erhielt und diese benannt wurden. Spannend.

Bei Beer7 Zuhause waren die Kinder noch nicht ganz fertig, ihr Frühstück musste noch weggeräumt werden und der Salat für’s geplante Picknick war erst vorbereitet. Eine kleine Weile, dann konnte es aber losgehen. Im Auto gab es eine Straßenkarte, auf der ich mir ansehen konnte, wie wir fahren würden. Und alles immer wieder mit kurzen Erklärungen, was es mit der Gegend auf sich hatte. So auch mit dem Ort, an dem wir das erste Mal anhielten und Trümmer guckten: Yeroham.

Das heutige Yeroham hatte einen jungen Bürgermeister, der sehr viel für die Stadt getan hatte. Unter anderem hatte er auch einen See anlegen lassen, der jetzt zur Erholung dienst und einen richtig kräftigen Flecken Grün in die Wüste geknallt hat. Leider wurde er, weil er vom Likud war, wieder abgewählt. Der neue/alte Bürgermeister mit seiner korrupten Art ließ vieles wieder vor die Hunde gehen. Inzwischen ist er abgesetzt und an seine Stelle hat die Arbeitspartei ihren gescheiterten Regierungschef-Kandidaten Mitzna gewählt.

Aber Yeroham ist auch geschichtlich nicht ganz unbedeutend. Bis ungefähr hier ging das biblische Königreich Israel, weiter südlich saßen die Nabatäer. Da eine Grenze gesichert werden muss, hatten die israelitischen Könige hier eine kleine Grenzgarnison eingerichtet, deren Reste man heute besichtigen kann.

Die Große wollte nicht und blieb lieber im Auto. Die Kleinere lief begeistert mit und hatte schnell etwas entdeckt. Hier hatte jemand “4. Klasse” mit Steinen gelegt – offenbar auf einem Klassenausflug. Das konnte sie nicht auf sich sitzen lassen und hinterließ ihren eigenen Gruß an Nachfolgende. Vielleicht macht man ja so auch irgendwann mal Geschichte.

Die Weiterfahrt fing interessant an: Auf der nächsten Kuppe stand ein Warnschild, das darauf hinwies, dass wir uns in einem Gebiet befanden, das auch vom Militär intensiv genutzt wird. Die Straße zu verlassen könnte etwas gefährlich sein, weil auf beiden Seiten scharf geschossen wird:

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