unterwegs erlebt

13. Juli 2008

Taxifahrer und Gute Freunde

Filed under: Israel 2008 — heplev @ 8:01
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Wer irgendwo hin fährt, wo er Freunde hat, hat es gut. So wie ich, auch in Jerusalem. Leider hatten sie nur einen Abend Zeit, aber den haben wir sehr genossen. Dabei habe ich neue Leute kennen gelernt, mit denen ich hoffentlich weiter in Kontakt bleiben werde.

Aber vorher hatte ich mich wieder gegen einen Jerusalemer Taxifahrer durchgesetzt. War eigentlich nicht unbedingt anders zu erwarten gewesen, denn am Jaffator lauern gerne die Abzocker. Der Typ schlug mir einen Preis von 60 Schekeln vor. Ich kenne die Preise hier recht gut und das war mehr als das Doppelte des normalen Tarifs (mit Taxameter), auch im Berufsverkehr. Als ich nicht bereit war, mich auf seinen Preis, dann auch nicht auf sein „großzügiges“ Angebot, nur noch 50 Schekel zu verlangen, einging, „drohte“ er mit dem Taxameter. „Ja, mach’s an“, meinte ich – tat er aber nicht. Da der Typ nicht wirklich mit sich handeln ließ, bin ich einfach wieder ausgestiegen und habe es gemacht wie im letzten Jahr: loslaufen und bei nächster Gelegenheit – und mindestens 300m Entfernung – ein vorbeikommendes Taxi anhalten. Und was war? Der machte das Taxameter an, fuhr los, stand mit mir im dicken Verkehr und hatte am Ende 29,50 Schekel auf der Uhr. So macht man das! Am Beginn der Fahrt verarschte er mich allerdings doch etwas: „Wohin? Das ist doch in Tel Aviv.“ Vehementes „Nein“ meinerseits. Noch zwei, drei Worte hin und her, ein „ach so“ von ihm und dann: „Ich wollte dich nur mal lachen sehen!“ Hatte ich so grimmig ausgesehen?

Wir hatten einen vergnüglichen Abend, bei dem wir uns gegenseitig auch ein wenig religiös auf die Schippe genommen haben. DIe anderen alle Juden, aber Rivka hatte eine Geschichte mit dem Rentenamt, wo sie ihnen gegenüber in ihrem Frust auf die Bürokratie Jesus zitierte. Die Kinder der anderen Gäste nennen meine Freunde immer die „Fishermans“; sie kann damit leben, meinte Rivka, aber anders wäre es, wenn sie „fisher of men“ (Menschenfischer) sagen würden. „Nee, so dürfen sie euch nicht dennen, denn das ist mein Job“, warf ich ein, worauf ich zustimmendes Gejohle erntete.

Zurück wäre es mit dem Bus etwas umständlich gewesen. So hielt ich auch jetzt wieder ein Taxi an. Der erste wollte nicht, es war nicht seine Richtung. Direkt dahinter kam noch eins. Und die Fahrt war jetzt nur noch 26 Schekel teuer. Dafür war sie um so unterhaltsamer, denn ich hatte einen redseligen Juden erwischt, der viel über Deutschland und Englischkenntnisse wissen wollte und gerne von sich und seinen – nach eigenen Angaben – sehr bescheidenen Sprachkenntnisse redete. Die Fahrt verging wie im Flug. Wenn ich nicht erst noch abklären müsste, wohin ich morgen eventuell fahre, ich hätte ihm glatt gesagt, er soll mich morgen abholen und zum Bahnhof fahren.

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