In einem Einkaufszentrum in der Nähe des Bahnhofs fand ich einen Stand, an dem ich eine SIM-Karte kaufen konnte. Die junge Frau war äußerst nett (und offenbar auch froh, endlich einen Kunden zu haben). Sie erledigte die Installation der SIM-Karte und fragte mich dabei aus: Woher kommst du? – Aus Deutschland. – Was machst du in Israel. – Ein bisschen Urlaub. – Und dann bist du hier in Beer Sheva? Was machst du in Beer Sheva? Hier ist doch alles nur … braun!
Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Leute dann reagieren, wenn ich ihnen sage, dass ich ins Flugzeugmuseum in Hatzerim will. Die Luftwaffenbasis dort, die kennen sie alle. Einige haben da auch ihren Militärdienst geleistet. Aber dass es dort Israels Luftwaffenmuseum gibt, weiß kaum einer; selbst mancher Taxifahrer sieht einen verwundert an – die haben die Gloster Meteor einfach für ein Teil des Zugangs zum Fliegerhorst gehalten.
2004 sah es am Museum noch so aus, als wäre das nur irgendein verlottertes Teil – das Kassenhäuschen eine Bruchbude, der Kiosk winzig und unansehnlich. Das hat sich geändert. Der Eingang sieht jetzt richtig schmuck aus:

Weiter drinnen hat sich nur wenig verändert. Als erstes trifft man erfreulicherweise immer noch auf die IAI Kfir-C samt möglicher Munitionierung.

Auch die Aufstellung der ausgestellten Flugzeuge ist weitgehend die gleiche geblieben. In den offenen Hangars wird allerdings an weiteren Maschinen gearbeitet. „Um die Ecke“ – in einem etwas abseits gelegenen Bereich – wurde ich beim meinem ersten Besuch von einer Maschine überrascht, die ich hier nie erwartet hätte:

Eine Grumman Avenger – amerikanischer Torpedobomber aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Erklärung steht inzwischen auch daneben: Drei Maschinen wurden als Sprühflugzeuge in der Landwirtschaft eingesetzt, nicht von der Luftwaffe. Die letzte steht jetzt hier.
Zu den großen (was das Ausmaß der Maschine angeht) historischen Flugzeugen gehört diese Boeing Stratocruiser. Sie zeigt eigentlich, wie blödsinnig falsch die arabischen Behauptungen sind, die Amerikaner hätten Israel von Anfang an unterstützt, finanziert und so weiter. Nix da. Als die Israelis Ende der 1950-er Jahre in den USA anfragten, ob sie Hercules-Transporter kaufen könnten, wurde ihnen das verwehrt. Sie konnten Stratocruiser haben – veraltete zivile Transportflugzeuge mit unzuverlässigen Sternmotoren, die sie dann nahmen und erst einmal aufwändig umbauen mussten, um sie als Militärtransporter benutzen zu können.

Dieses Exemplar beherbergt heut eine winzige Ausstellung über die Anfänge der Luftfahrt im heutigen Israel (noch in der Mandatszeit): Fotos der ersten Privatflieger mit ihren kleinen Maschinchen, Teile ihrer Ausrüstung, Kleidung, Papiere usw.
Neben Beuteflugzeugen aus Ägypten, Jordanien und Syrien steht dieser Prototyp: IAI Lavi:

Das wäre eine echte Konkurrenz für die Amerikaner gewesen. Die Hinweistafel dazu besagt, das Projekt wäre aus Kostengründen eingestellt worden. Wer’s glaubt… (Die amerikanische F-16 wäre dieser Maschine so was von unterlegen gewesen – aber auch die Lavi hätte ein paar wichtige Teile amerikanischer Technologie gebraucht und Konkurrenz ist nicht immer erwünscht.)
Es gibt noch haufenweise interessante Ausstellungsstücke, die die gesamte Geschichte der israelischen Luftwaffe von 1948 bis heute abdecken. Sogar eine (frühe) F-15 ist ausgestellt. Es fehlen eigentlich nur die aktuell im Einsatz befindlichen Muster. Für Flugzeug-Fans ist das Museum eine unglaubliche Fundgrube. Und einige Flieger kann man nur hier sehen – weil es sie nirgendwo sonst gibt.
Der Weg von Beer Sheva ist nicht weit. Wenn man zurück auf der Straße ist (und auf den Bus wartet), sieht man die Stadt schon – gut, die Außenbezirke, aber immerhin. (Und der Bus ist deutlich billiger als ein Taxi.)

Die Berge um den Flughafen sind einfach Wahnsinn. Es geht unglaublich in die Höhe, davor wirken Flugzeuge (wie diese Boeing 737) winzig.



Flughöhe auf dem Weg nach Israel: gut 10.000 Meter. Da wird die Erde unten recht übersichtlich, selbst aus einem kleinen Flugzeugfenster. Dank Digitalkameras ist es heutzutage möglich aus diesem Fensterchen hinaus zu fotografieren, auch wenn man am Gang sitzt.


Inlands-Flug von Mzuzu im Norden Malawis nach Lilongwe ,der Hauptstadt mit dem internationalen Flughafen. Abflug war um 7.15 Uhr Ortszeit, ich war der einzige Passagier.
Erste Überraschung, als der Funkverkehr nach dem Start erledigt war: „Bist du Deutscher?“ Auf Deutsch. Nach zwei Wochen nur Englisch reden und 3 gelernten Worten Timbuka wieder Deutsch zu reden, fiel mir total schwer. Der Pilot hatte deutsche Eltern und freute sich, sich in seiner Muttersprache unterhalten zu können. Na und ich konnte mich wieder dran gewöhnen sie zu sprechen, haha.