unterwegs erlebt

16. Dezember 2007

Israel 2007 – Zugfahrt am Sonntagmorgen

Gespeichert unter: Israel 2007 — heplev @ 23:06
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Das ist definitiv keine gute Zeit den Zug zu nehmen, wenn man in den Negev will. Sonntag ist in Israel der erste Arbeitstag der Woche. Da fahren sämtliche Wehrpflichtige zurück in ihre Stützpunkte. Und eine ganze Reihe davon liegen im Negev. Seit Haifa hatte der Zug Soldaten „aufgesammelt“. Alle Sitzplätze waren belegt, der Boden der Waggons auch weit gehend. Was blieb mir übrig? Es so zu machen wie einige der Soldaten auch. Und da ich eine recht kurze Nacht hinter mir hatte, war es kein Problem sich auf dem Boden auszustrecken (so weit das möglich war) und eine Runde zu schlafen.

Bahnhof Be'er ShevaIn Be’er Sheva stellte ich erst einmal meine Tasche auf dem Bahnsteig ab und ließ die ganzen Uniformen vorbei. Das dauerte!

Draußen ging das Theater dann weiter – und das kann man nicht fotografieren, das müsste man filmen! Die Taxi- und Sherut-Fahrer drängelten sich, die Soldaten fahren zu können. Das Gehupe und Geschrei war schlicht unglaublich. Und dass es keinen Unfall gab, eigentlich genauso. Irgendwann, so nach ungefähr einer Dreiviertelstunde, schaffte ich es selbst ein Taxi zu ergattern. Der ältere Herr stammte ursprünglich aus dem Irak. Er regte sich etwas über die Kollegen auf, die nicht gerade rücksichtsvoll unterwegs waren. Dafür gelangte ich sehr sicher ans Ziel – und war immer noch viel zu früh.

Im Rückblick darauf meinte ich später in Jerusalem einem Freund gegenüber: „Setz’ einen Israeli hinter ein Steuer und du hast einen Anarchisten.“ Worauf er trocken antwortete: „Da tust du den Anarchisten aber Unrecht!“

Israel 2007 – Warten auf die Weiterreise

Gespeichert unter: Israel 2007 — heplev @ 23:05
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Vom Flughafen gehen Züge direkt in den Negev, nach Be’er Sheva. Dorthin wollte ich. Also erst einmal die Fahrkarte besorgen. Am Fahrkarten-Automaten suchte ich noch nach der Taste für die Umstellung auf die englische Sprache, da wurde ich schon von einem Teenager-Mädchen angesprochen, die mir helfen wollte und dann zack, zack, zack die richtigen Einstellungen für mich vornahm. Das war natürlich schonmal die erste positive Begegnung.

Auf den Bahnsteig kommt man nur mit Hilfe des Tickets. Es muss in die Durchgangssperre eingesteckt werden, dann kann man sich durchdrücken – wenn man’s richtig rum macht. Ich schaffte es nicht – die Sperre ließ sich nicht bewegen, obwohl sie das Ticket angenommen und auch wieder ausgespuckt hatte! Mehrfach Dann die „geniale“ Idee: War ich vielleicht auf der falschen Seite? Nochmal das Ticket reingeschoben, diesmal die Sperre links neben der Maschine versucht – und durch!

Bahnhof des Ben-Gurion-Flughafen

Unten auf dem Bahnsteig war es kühl. Erstaunlich kühl. Deutlich kühler, als oben am Eingang. Verwunderlich. Nach einer Weile fand ich den Grund heraus. Hier gab es entlang der Mauer auf der anderen Seite der Gleise große Luftschächte, aus denen gekühlte Luft geblasen wurde! Schön. Aber auch nicht ohne Risiko – da konnte man sich schnell eine Erkältung holen. Allerdings war das Warten auf den Zug so etwas erträglicher – denn auch hier haben Züge gerne Verspätung…

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